Tragödie auf neu

Sonntag, 16. März 2008

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Berlin | DeutschesTheater | DieOrestie | Regie Michael Thalheimer

Neben Sophokles und Euripides gilt Aischylos als einer der bedeutensten Tragödiendichter. Sein Werk ‘Orestie’ teilt sich in drei Theaterstücke; es ist die einzige vollständig erhaltene Trilogie der griechischen Antike. Die Inszenierung Thalheimers beschneidet die drei Episoden stark, weswegen ein Aufführung in weniger als zwei Stunden möglich ist. Olaf Altmann hat als Bühnenbildner maßgeblich zum Erfolg der Premiere des Stückes am Deutschen Theater im September 2006 beigetragen.

Der Stoff fand unter anderem in Jean-Paul Sartres Wiederstandsdrama ‘Die Fliegen’ weitere Bearbeitung.
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der rahmen sollte dem griechischen schauplatz geschuldet sein. einem, wie es ihn gab, als das stück noch jung war. vor 2500 jahren. alle türen des saals standen offen. das licht blieb an. ich hätte wahllos kommen und gehen können. kein exklusives treffen, kein abtauchen ins dunkel des zuschauerraumes. Man hatte nicht einmal meine karte kontrolliert – (was wohl daran lag, dass ich recht spät war und hetzen musste)

das stück war niederschmetternd: vier, fünf menschen, die sich abmetzeln. alle bluts- oder wenigstens heiratsverwandt. alle haben gründe. alle haben recht.

das bühnenbild ist raffiniert: die bretter, die jetzt den sonstigen bühnenraum nach hinten komplett verschließen, werden bei jeder orestie mit unmengen blut bekippt. und nie gereinigt. also ist von den letzten zig vorstellungen noch alles besudelt. das macht die mehrfachen berichte vorangegangener morde so leibhaft. die szenerie wird ein stück tragischer, lächerlicher, auswegloser.

besonders als orestes auftritt: der verlorene bruder, der ersehnte retter: ein kerl, der sich (deutlich dargestellt) in die hosen pisst vor angst. der spricht, als würde er ein schlechtes gedicht gelangweilt vortragen und der nicht weiß, wie er an ort und stelle kam. mehr als alle anderen ist er eine puppe im götterspiel, das er nicht begann.

diese götter aber kommen nie.
sie werden verehrt, gerufen, angefleht, vorgehalten, sie sind auslöser.
aber man sieht sie nie. sie erhören nichts.
die einzige instanz außerhalb ist der chor. er steht auf der zweiten empore, dem zuschauer im nacken. er mischt sich unentwegt ein. fragt, zweifelt, wundert, verurteilt, sagt los. Er erinnert unermüdlich an das gottgegebene gesetz: tun – leiden – lernen.

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was aber letztlich bleibt sind riesige lachen blut, bier, champagner, ein angebissenes brötchen. und ein haufen, wie nackte würmer. ein ziemlich verlassener haufen, blutüberströmt. alle bis auf den schwächling sind sie tot. dieser setzt sich zu den toten und wartet und wird wahnsinnig. keine götter, keine gründe. nichts.

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ich kann mich dann die ersten momente kaum lösen. bin immer froh, allein da zu sein und hau so schnell wie möglich ab. damit ich das dümmliche gequatsche nicht hören muss.
ich will den eindruck noch ein wenig behalten und betrachten.

die einzige inszenierung, die die heutige übertroffen hat:
‚Penthesilea’ nach Luk Perceval.
hier mussten die saalwärter mich zum gehen bewegen. Ich war noch minutenlang sitzen geblieben. erst als ich dann draußen war, schon ein paar schritte gegangen war, da bin ich in wilde tränen ausgebrochen.

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das theater soll in mir herumwühlen.

ganz krank macht mich all das geflüster und gehuste und gerotze und getrete und gekratze. das widert mich so an.

es wird der tag kommen, da ich kein schauspielhaus mehr betreten kann.

“Streik ist doch geil!”

Donnerstag, 13. März 2008

Im Zeitraum zwischen 5. und 18. März streiken die Berliner Verkehrsbetriebe. – Mich kümmert das zunächst nicht, da ich in London bin. Nach meiner Rückkehr bemerke ich den Streik vorallem durch überlaufene Gehwege, endlose Autoschlangen (samt Gehupe und Fahrradchaos) sowie durch die Unmöglichkeit ein Taxi zu bekommen.

Sicherlich tut mir gut, zu sehen, dass man für die eigene Situation Verantwortung übernehmen kann -ja eigentlich auch muss. Ich wohne in Berlin-Mitte. Der BVGstreik findet für mich haustürnah statt. Aber lieber ein paar Tage Rad gefahren, als in einem ‘Automatenstaat’ leben. Wenn jemandem etwas unhaltbar erscheint. kann er versuchen etwas anderes zu fordern. Und das ist doch auch ganz schön was. -Ich muss kein Kind ernähren, mein Rücken ist abends nicht krumm. Die meisten halten eh die Klappe, bis es gar nicht mehr geht.

- Ich fahre eben ein paar Tage mit dem Rad.

London

Mittwoch, 5. März 2008

heut lang geschlafen. ich war so schrecklich müde und drohte ernsthaft krank zu werden. dazu verbringe ich die anstehenden zwei nächte auf dem fußboden; komme also sowieso früher in die stadt..

Der TOWER. 14 pfund eintritt! – eintritt in ein stillgelegtes gefängnis. glitzer-kronen. noch besser: an glitzer-kronen vorbei gefahren. ja! rollbänder, wie im terminal, oder im kaufhaus. nicht stehenbleiben, nicht verdächtig werden, nicht verstopfen. es fehlen die preisschilder.

weiter gab’s im ‘White Tower’ eine umfangreiche ausstellung, die sich ausschließlich den ‘königlichen waffen’ widmet. sozusagen den symptomen unzähliger morde: (pferde)rüstungen, repräsentative kinderrüstungen(!), pistolen, dolche, schwerter, alles was das imperialistische kriegerherz wünscht. – eine wahre wonne hingegen ist die kapelle im zweiten stock. angeblich die älteste der stadt, aus dem 11. jahrhundert. durch und durch romanisch. ausgerechnet sie ist als durchgang ‘getarnt’ und unterschätzt. die leute nehmen laufend eines ihrer dämlichen handy-fotos auf und sind verschwunden. an eine wand gelehnt genieße ich den raum. mir ist ganz wohl. alles reinlich, gedrungen, urtümlich strahlend. zwischen den dicken mauern und trotzigen fensterlöchern lukt die nachmittags sonne freundlich durch die gelb-lilafarbenen scheiben.

°die sonne scheint also vor sich hin und aus dem sprichwörtlichen ‘grauen von einst’ wurde eine touristenattraktion. in ein paar jahrhunderten von der einen menschlichen perversion zur anderen. ich mittendrin. eine (zeit)reise zu menschlichen schattenseiten für nur lächerliche 14 pfund. schnäppchen.

der vollständigkeit halber gehe ich an ST. PETER vorbei. doch schon von ferne sehe ich den neuzeit-schrott und verschwinde vorsorglich in der nächsten U-bahn. Richtung

WESTMINSTER ABBEY. 17.00 soll dort eine abendandacht stattfinden. in der bahn sehe ich einen richtigen arbeiter. großer englischer mann, mit ehering und werkzeugkoffer. wir verfolgen uns bis westminster. denn erst nach einigem verfahren komme ich auch dort an. spaziere neugierig zwischen den grabmalen umher, sehr darauf bedacht keine der bodenplatte zu treten. lausche dem englisch der andacht und dem gesang gegen ende dieser. als hiernach jedoch die rede auf eine gott kommt, der ’so oft abwesend ist, in afghanistan, jerusalem -er nennt noch mehr orte aus den abendnachrichten- da türme ich.

auf dem weg zurück zur bahn, fliegen mir mehrere augen zu. als ich aus der STATION EMBANKMENT wieder auftauche, dunkelt es bereits. die häuser türmen sich rechts und links übereinander, große menschenmengen tümmeln sich die anhöhe herauf und herab. ich vergesse wohin ich will und lasse mich von dieser tänzelnden, bunten schlange verschleppen.
ein junger kerl redet mich an: er sei von ’sight-saver’. ich lass mich hinreißen: er kramt seinanhalter-reisen-deutsch heraus. ich glaubte es ginge ihm um leute, die ’sights’ ’saven’. also aufpasser, die etwa ’sights’, wie dem mann auf der säule, spucker oder pinkler fernhalten.. -es handelt sich, entgegenmeiner spontan erblühten fantasie, um ‘afrika’, ‘kinder’, ‘umwelt’, ‘reis’ -derartiges.

zweimal abgebogen, stehe ich auf dem trafalgar und vor der NATIONAL GALLERY, meinem ziel. hier erwarten mich einige aus dia-projektionen wohlvertraute schätze. (…) 21.00 schließt die galerie und ich muss hierher unbedingt zurück. mir ist schlecht von zu vielen gummibärchen. anstatt der londoner ‘oranienburger’ auf den leim zu gehen, kämpf’ ich mich lieber durch pommes, snickes und co.

laufe zum LEICETER SQUARE, weiter zu COVENT GARDEN. eine wunderbare ecke. viel leben, viele junge menschen, viel leuchtkram, viele pubs, cafés. ich besuche eine überaus raffinierte supermarkt-kette ‘marks&spencer’. dann mit der bahn heim. zeit für kinski.

°die mädchen tagen, nun gut, recht kurze röcke. aber, entgegen der berlinläufigen meinung, anstelle eines erhofften progressive-style, doch eher seehr ‘unerwartete kombinationen’. die männer gefallen mir immer besser. sie sind kräftig, haben aufmerksame augen und machen keinen hel daraus, wenn ihnen eine gefällt. sie scheinen alle verliebt.

°außerdem sind die londoner ungewohnt freundlich: an der kasse, bei den zeitungen, in der bahn: immer ein kleiner wortwechsel. ein entschuldigen beim anrempeln. aufmerksam, ungezwungen und ohne argwohn. (an dieser stelle: schöne grüße nach berlin)

London – Ankunft

Dienstag, 4. März 2008

90 minuten U-bahn. genug zeit kinski zu lesen und einzuschlafen. nicht richtig natürlich, london: gefährliche stadt: aufpassen.


Station PICCADILLY CIRCUS. hier steige ich aus. im moment da ich die oberfläche erreiche und ‘london’ erblicke, bin ich verschossen. die sonne scheint, ich stehe inmitten eines verkehrschaos’ aus ampeln, doppelstockbussen, fußgängern, hunden, fahrrädern.. und was so alles dazugehört. bereits nach wenigem umsehen, glaube ich in mitten eines manet-gemäldes zu sein. -schwarz. es hält bei ihm die welt zusammen, die sonst aus licht und farbe davonfliegen würde.- die fassaden strahlen, blauer himmel, sonnig-klirrende 5 grad celsius. die straße hat schwarze ampeln, schwarze geländer und schwarze, riesenhafte holztüren. sie liegt schwer und unbekümmert. hebe ich den kopf, verdünnt sich das schwarz, es klebt an den fensterrahmen, laternenmasten und fahnenstangen. ganz oben bloß noch an den eisenbeschlägen einiger häusergiebel. dazwischen schieben sich flirrende sonnenstrahlen, braun-rote backsteinhäuser, leutschriften, kunterbunte plakate, schmale straßenfluchten, hundertfach lackierte geländer. das getöse, gehupe und geklingel steigt auf, vom schwarzen unterst zum hellblauen oberst. ich schwebe mit glänzenden augen von straßenschild zu straßenschild. bis zum

BRITISH MUSEUM. umzingelt von schwarzem schmiedeeisen liegt es da. -ganz anders als in berlin. wo sich die staatsmuseen ausladend, dem herannahenden schon lange anbieten, bevor der überhaupt Kuppel des British Museum, London.weiß, wessen er sich nähert.- ich gehe also hinein. noch stehe ich zusammen mit der riesigen ‚donation-box’ in der dunkelen vorhalle. doch mit jedem schritt wird es heller und ich fassungsloser. der boden wird zu weißem stein, die wänder wachsen noch höher. hoch darüber wölben sich glasdreiecke. unzählige glasdreiecke. Erst als ich bereits direkt unter ihnen stehe, begreife ich wie sich alles zusammenfügt: es ist eine art rechteckiger innenhof. riesig, gleißend hell. mittig ein runder abgeschlossener bau, zwei etagen hoch. zwischen den geraden mauern, die das hofrechteck bilden – hinter denen sich die beute unzähliger britischen raubzüge verbergen muss – und dem mittigen rundbau, hat der architekt Norman Foster einen nach oben gewölbten glasring gespannt. sogar das geschwatze und gelärme der unzähligen besucher muss sich da verlieren. ich muss mich setzen.

beginne dann mit den antik-griechischen figuren des parthenon-frieses vom athener burgberg. die kenne ich seit ich weiß, dass es eine griechische antike gibt. die habe ich in unzähligen abbildungen während meines studiums gesehen. mit viel zu viel ehrfurcht stehe ich vor den resten des ostgiebels. nicht viel erhalten. aber was die 2500 jahre überdauern konnte, ist ein knadenloser beweis skulpturalen vermögens. unzählige feinste falten, darunter starke leiber. eine figur: sie trägt keinen kopf, nicht einmal heil gebliebene arme, aber ich habe noch nie eine so kräftige, gesunde, erhabene figur gesehen.  -überhaupt wird mir mit einem schlag deutlich: hier zeigt sich eine kultur, für die mann und frau zwei formen eines wesen sind, die sich in stärke und vollkommenheit gänzlich gleich sind.- ich glaube sofort, dass ich götter vor mir habe. die schildchen interessieren mich nicht. die um mich, italiener, inder, idioten mit ihrem dämlichen lichtblitz-geknipse. wieder auf der straße. es ist noch nicht dunkel. einmal ums eck, weiter zu fuß durch eine gefällige fußgängerzone, bis ich am

TRAFALGAR SQUARE bin. im prinzip nichts als ein großes haus, mit einem riesen-platz davor, mit einer riesen -chaos-straße. und einer höchst albernen säule, samt albernem, behutetem mann obendrauf. dämmerung bricht ein, die beleuchtungen vermögen dem platz etwas charme abzugewinnen. nicht jedoch denjenigen, die vor, auf, neben einem bronzelöwen fratzen für erinnerungsalben ziehen. in naher ferne vielversprechende türme. ich bin durchgefroren und einem schokoriegelzuckerschock nah. großer cappuccino und dazu noch ein twix. ‘wo bin ich? wo will ich noch hin?’ 18.00. aufgefrischt gehe ich zurück auf die straße. endgültige dunkelheit. conny im dunkeln london. herrlich!

die leuchtenden türme ziehen mich magnetisch an. ich komme ihnen entlang einer breiten straße näher. als diese sich zu einer großen kreuzung ausweitet, bin ich einmal mehr sprachlos. biege rechts ab. entlang dieser überwältigenden orangenen steinmasse. es sind mehrere gebäude, zu beiden seiten der straße. irgendeines davon muss

WESTMINSTER HALL sein. Einiges ist alt, das meiste hier ist ‚neo’. soviel weiß ich. aber der rest? egal. der name ist egal. es ist unglaublich. ich kann meine augen nicht ablassen. immer noch mehr türmchen und fensterreihen und eingänge und rasen und polizei-hüttchen. dann bin ich am ende und drehe um. ohne mit glotzen aufzuhören. an mir vorbei hetzen schwarze autos und leute, die wichtig erscheinen. das gebäude ist unglaublich. es muss direkt aus den wolken an diese stelle gefallen sein. wer könnte soetwas bauen? –ich gelange wieder bei einer rieshaften turmuhr an. sie schlägt kräftig sieben mal. mir scheint das tut sie seit menschen bis sieben zählen können. ich will um sie herum, dabei gelange ich auf eine brücke. plötzlich ist da wasser. meine schöne uhr ist also unerreichbar. als ich die

THEMSE überquere, beginnt es zu regnen. Englischer Regen. Londoner Regen. Eine muss-attraktion. -immer weiter entfernt sich der orangegetränkte riese. er wird kaum kleiner. doch das winzige gefummel der fassade schließt sich zusammen. Auf meinem weg komme ich an einem Riesenrad vorbei. das spannendste scheint mir neben der Beleuchtung noch der Name LONDON EYE zu sein. inzwischen bin ich endgültig durchgefroren. die nächste u-bahn nehme ich. auf dem heimweg ein supermarkt-stopp. ‘die haben hier brote wie in holland.’
rückreise. alle 2 minuten eine bahn. wahnsinn. und ich dachte berlin sei verwöhnt. die bahnschächte der TUBE sind enge gänge und ich fühle mich wie in ‘die landmaus zu besuch bei der stadtmaus’. zeit kinski zu lesen.


es gibt in dieser stadt schäbige ecken und schier unerträgliche einrichtungen, wie die plüsch-bezüge auf öffentlichen sitzen. die leute scheinen aufgeschlossen und strahlen etwas angenehmes aus. die mädchen sind aufrecht. die männer lebhaft. weniger must-be-schwule als in berlin. -jedoch alle haben ganz sicherlich ihr empfinden für niedrigst-temperaturen verloren.

wie erwartet betört mich der klang ihrer sprache. überall versuche ich ein telefonat, eine bestellung, einen ausruf aufzuschnappen. wie eine süchtige laufe ich und sauge die fetzen auf. wenn sich im geschäft jemand an mich richtet, muss ich mir mühe geben, nicht dem klang dessen was er sagt, sondern dem inhalt zu folgen.

all das ‘historische’ gibt london eine materielle größe, einen vorsprung, den berlin niemals mehr zurückerlangen wird.  überall diese backstein-arbeiter häuser..

der linksverkehr macht mich besoffen. aber das wird sich legen.

Hedda Gabler

Sonntag, 6. Januar 2008

Berlin | Freitagabend | schaubühne | Hedda Gabler | Regie Thomas Ostermeier

Eine junge, vielumworbene Frau entscheidet sich für einen Langweiler, mit der Aussicht auf ein wohlhabendes, bügerliches Leben. Im Verlauf des Stückes jedoch muss man sich fragen, ob sie sich womöglich gegen eine Liebe und gegen ihre ‘Art’ entschieden hat.

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Katharina Schüttler ist eine Hedda Gabler, der man die nötige Berechnung und die Abgeklärtheit einer solchen Hochzeit, eines solchen ‘Deals’ nicht zutraut. Sie ist zierlich und eher jungenhaft. Sie ist keine ‘Femme Fatale’, sie ist nicht kaltblütig und auch nicht böswillig. Sie ist ein verträumtes Ding, das ein Spiel spielt. Sie will Männer mit großen Gesten auftreten sehen. Große Gesten, die sie ebenso von sich selbst verlangt. Sie ist wohl auch stolz auf ihre Tragik und dabei im Grunde doch nichts als gelangweilt.
Dieses 1890 erschienene Schauspiel von Henrik Ibsen bringt letztlich ein Frauenbild in den Prüfstand, das heute nicht weniger akut ist, als vor 100 Jahren und dem sich wohl jede junge Frau mindestens einmal stellen muss.

Die typisch Schaubühnen-hafte Inszenierung erinnert stellenweise an einen VideoClip oder einen Filmausschnitt. Sehr beeindruckend und nachhaltig.

Radien

Dienstag, 18. Dezember 2007

Eine kleine Weile und mehrfaches Verstörtsein hat es gedauert, bis ich der Sache auf den Grund kam: Es sind nicht die Stimmen im Kopf.

Nein.

Es ist das Fahrradradio, batteriebetrieben. In meinem ‘Elektro’(Schuh)Karton, der die unterste Mittelstütze meines nagelneu-gebauten Regals bildet.

Muss ich warten bis die Batterie leer ist. Räum doch da jetzt nicht alles raus!

Wegen’n bisschen Stimmen!

Sind auch nur ganz leise.

Vor der Haustür

Donnerstag, 15. November 2007

Nun ist es wirklich so weit.

Nun weiß ich ganz sicher dass Winter wird und Weihnachten vor der Tür steht. Nicht dass es schneit, nicht dass ich Lebekuchen esse.

In Berlin knüpft man zwischen den Linden viele gelbe Lichterketten auf.

Dann ist Winter.

UnterDenLinden Winter2006/07
So einfach geht das.