Hedda Gabler

Sonntag, 6. Januar 2008

Berlin | Freitagabend | schaubühne | Hedda Gabler | Regie Thomas Ostermeier

Eine junge, vielumworbene Frau entscheidet sich für einen Langweiler, mit der Aussicht auf ein wohlhabendes, bügerliches Leben. Im Verlauf des Stückes jedoch muss man sich fragen, ob sie sich womöglich gegen eine Liebe und gegen ihre ‘Art’ entschieden hat.

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Katharina Schüttler ist eine Hedda Gabler, der man die nötige Berechnung und die Abgeklärtheit einer solchen Hochzeit, eines solchen ‘Deals’ nicht zutraut. Sie ist zierlich und eher jungenhaft. Sie ist keine ‘Femme Fatale’, sie ist nicht kaltblütig und auch nicht böswillig. Sie ist ein verträumtes Ding, das ein Spiel spielt. Sie will Männer mit großen Gesten auftreten sehen. Große Gesten, die sie ebenso von sich selbst verlangt. Sie ist wohl auch stolz auf ihre Tragik und dabei im Grunde doch nichts als gelangweilt.
Dieses 1890 erschienene Schauspiel von Henrik Ibsen bringt letztlich ein Frauenbild in den Prüfstand, das heute nicht weniger akut ist, als vor 100 Jahren und dem sich wohl jede junge Frau mindestens einmal stellen muss.

Die typisch Schaubühnen-hafte Inszenierung erinnert stellenweise an einen VideoClip oder einen Filmausschnitt. Sehr beeindruckend und nachhaltig.

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